Veranstaltungskalender
2026
JUN
50 Jahre Gesellschaft für Unternehmensgeschichte
Thema: «Business History Matters»Tagungsort: Institut der deutschen Wirtschaft, KölnProgrammAnmeldung
JUN
Internationaler Workshop_VDI
Thema/Topic: «‹...never neutral›. Practices, Concepts and Methods of Evaluating Technology over the Last 50 Years»Tagungsort/Venue: Deutsches Museum, MünchenProgrammAnmeldung
OKT
49. Wissenschaftliches Symposium 2026
Thema: «Rüstungsindustrie im Wandel: Unternehmenshistorische Perspektiven»Tagungsort: Airbus, Berlin
NOV
10. gemeinsames Symposium Unternehmensgeschichte
(in Kooperation mit dem Wittener Institut für Familienunternehmen)Thema: «Familienunternehmen in der NS-Zeit. Aufarbeitung und Verantwortung »
Tagungsort: Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG, Dillenburg
Bei Interesse wenden Sie sich gerne an unsere Geschäftsstelle.
Öffentliche Vortragsveranstaltung
Einmal jährlich organisiert die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte eine Öffentliche Vortragsveranstaltung. Namhafte Personen aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft werden eingeladen, um aktuelle Fragestellungen - auch in ihrem historischen Kontext - zu diskutieren. In jedem Jahr ist ein anderes Unternehmen oder ein Verband unser Gastgeber.
Rückblick: Vortragsveranstaltung 2026 - «Unternehmen im Würgegriff der Bürokratie? Regulierungsbedarf vs. Innovation»
Datum: 12. März 2026
Tagungsort: Industrie- und Handelskammer Düsseldorf
Bürokratisierung ist ein Thema, das Wirtschaft und Wissenschaft gleichermaßen betrifft und polarisiert. Gerade Unternehmen sehen sich zunehmend mit einem Widerspruch konfrontiert: Obwohl seit Jahren über Entbürokratisierung gesprochen wird, scheint die Bürokratie in ihrer Komplexität und ihrem Umfang stetig zu wachsen. Welche Dynamiken stehen hinter diesem Phänomen bzw. dieser Kritik? Und warum lässt sich Bürokratisierung – trotz zahlreicher Reformversuche – nicht reduzieren, sondern bleibt ein zentrales Charakteristikum moderner Organisationen?
Die Tagung warf einen Blick auf die historischen Hintergründe und Dynamiken hinter (Ent-)Bürokratisierungsprozessen sowie deren Bedeutung für die Unternehmenspraxis. Warum wird Bürokratie historisch und gegenwärtig gleichermaßen kritisiert und dennoch immer weiter ausgebaut? Wie beeinflussen Bürokratisierungsprozesse Innovation und Effizienz in Unternehmen? Welche Lehren lassen sich aus historischen Beispielen für den Umgang mit Bürokratisierung in der heutigen Wirtschaft ziehen? Was bedeutet die wachsende Bürokratisierung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen? Welche Strategien könnten Unternehmen und Politik entwickeln, um ein Gleichgewicht zwischen notwendigen Regulierungen und unternehmerischer Freiheit zu finden?
Rückblick: Vortragsveranstaltung 2025 - «De-Globalisierung in Geschichte und Gegenwart»
Datum: 20. März 2025
Tagungsort: Deutsche Industrie- und Handelskammer, Berlin
Lieferkettenkrisen, geopolitische Spannungen, wachsender Protektionismus – die Weltwirtschaft steht unter Druck. Welche historischen Parallelen lassen sich ziehen, und wie reagieren Unternehmen auf den Wandel? Diese Fragen standen im Zentrum der 48. Öffentlichen Vortragsveranstaltung der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (GUG), die am 20. März 2025 in der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) in Berlin stattfand.
Unter dem Titel „De-Globalisierung in Geschichte und Gegenwart“ diskutierten Jan-Otmar Hesse (Universität Bayreuth), Moritz Schularick (Kiel Institut für Weltwirtschaft) und Volker Treier (DIHK) die ökonomischen, politischen und unternehmensstrategischen Dimensionen eines vielschichtigen Prozesses. Rainer Kurtz (Kurtz Holding) gab Einblicke in die Perspektive des Mittelstands; moderiert wurde die abschließende Podiumsdiskussion von Helene Bubrowski (Table.Media).
Im historischen Rückblick wurde deutlich, dass Unternehmen in Zeiten wirtschaftlicher Abschottung nicht nur reagierten, sondern aktiv gestalteten – etwa durch internationale Tochterfirmen, Kartelle oder steueroptimierte Strukturen. Moritz Schularick zeigte, wie wirtschaftliche Verflechtung zwar ökonomische Erfolge brachte, politisch aber enttäuschte: Statt Annäherung dominieren heute Rivalität und strategische Autonomie. In der Diskussion wurde das „Fragmentierungsparadox“ betont – die Gefahr, dass weniger ökonomische Verflechtung politische Eskalationen wahrscheinlicher macht. Einigkeit herrschte darüber, dass Unternehmen künftig widerstandsfähiger werden müssen – durch Diversifizierung, Re-Shoring oder „China 1“-Strategien –, ohne dabei internationale Kooperationen aus dem Blick zu verlieren. De-Globalisierung erscheint dabei weniger als Rückschritt, sondern als Ausdruck eines tiefgreifenden Wandels der Weltwirtschaftsordnung.
Das Programm und einen ausführlichen Tagungsbericht finden Sie unten.
Impressionen

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Vergangene Veranstaltungen
48. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 20. März 2025 in Berlin: De-Globalisierung in Geschichte und Gegenwart
Programm ÖV 2025/Bericht ÖV 2025
47. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 14. März 2024 in Darmstadt: Diversitätsmanagement in Unternehmen
Programm ÖV 2024
46. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 16. März 2023 in München: Unternehmen und Universitäten – Erfolg durch Kooperation?
Programm ÖV 2023/Bericht ÖV 2023
45. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 24. März 2022 in Frankfurt a.M.: Die Bedeutung von Preis- und Währungsstabilität für Unternehmen
Programm ÖV 2022/Bericht ÖV 2022
Mitschnitt der Veranstaltung
44. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 22. Oktober 2021 in Stuttgart: Fachkräftemangel und Migration
Programm ÖV 2021/Bericht ÖV 2021
2020
Die Veranstaltung musste aufgrund der Corona-Pandemie leider kurzfristig abgesagt werden!
43. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 24. März 2019 in Stuttgart: Globale Unternehmensstrategien. Über den grenzüberschreitenden Umgang mit Menschenrechten
Programm ÖV 2020
42. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 7. März 2019 in Walldorf: Unternehmen 4.0 – Hoffnung oder Horror?
Programm ÖV 2019/Bericht ÖV 2019
41. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 15. März 2018 in Ditzingen: Charisma: Risikofaktor oder Erfolgsgarantie?
Programm ÖV 2018/Bericht ÖV 2018
40. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 16. März 2017 in München: Risiko: Politik?
Programm ÖV 2017/Bericht ÖV 2017
39. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 17. März 2016 in Duisburg: Pax Britannica, Pax Americana, Pax Sinica? Der Strukturwandel der Weltwirtschaft und die Lage der Unternehmen
Bericht ÖV 2016
38. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 19. März 2015 in Köln: Kampf um die Ressourcen – Relevanz der Energiepreise für deutsche Unternehmen
Bericht ÖV 2015
37. Öffentliche Vortragsveranstaltung = Jahrestagung der Business History Conference am 13.03.2014 bis15.03.2014 in Frankfurt: The Vices and Virtues of Business - a historical perspective
Bericht ÖV 2014
36. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 14. März 2013 in Leverkusen: Von der Betrieblichen Sozialpolitik zur Corporate Citizenship
Bericht ÖV 2013
35. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 15. März 2012 in München: 20 Jahre nach Maastricht: die europäische Krise und der Strukturwandel der Weltwirtschaft
Bericht ÖV 2012
34. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 16. März 2011 in Stuttgart: Europäisierung der Mitbestimmung
Bericht ÖV 2011
33. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 11. März 2010 in München: Wirtschaftskrisen – Stunden des Unternehmers?
Programm ÖV 2010
32. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 12. März 2009 in Berlin: Der Mauerfall und die deutschen Unternehmen. 1989 - Zäsur oder Kontinuität?
Programm ÖV 2009
31. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 13. März 2008 in Wolfsburg: Zukunft der Mobilität. Auto und Energienutzung als technisch-ökonomisches Problem
Programm ÖV 2008
30. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 8. März 2007 in Essen: Unternehmen in China
Programm ÖV 2007
29. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 23. März 2006 in Wiesbaden: Frauen in wirtschaftlichen Führungspositionen
Bericht ÖV 2006
28. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 7. März 2005 in Berlin: Die Verantwortung des Unternehmers
Programm ÖV 2005
27. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 27. April 2004 in Freyburg an der Unstrut: Selbstständigkeit zwischen Erfolgsmodell und Krisenphänomen
Programm ÖV 2004
26. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 5. Mai 2003 in Berlin: 1968 und die deutschen Unternehmen
Bericht ÖV 2003
25. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 29. April 2002 in Berlin: Unternehmenskulturen - Deutschland und USA im Vergleich
Programm ÖV 2002
24. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 5. April 2001 in Frankfurt am Main: Consulting
Programm ÖV 2001
23. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 6. April 2000 in Berlin: Deutsche Unternehmer in der Welt. Von der Internationalisierung zur Globalisierung
22. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 21. April 1999 in Köln: Unternehmernachfolge - eine unendliche Geschichte
21. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 23. April 1998 in Frankfurt am Main: Risikobereitschaft der Banken bei Unternehmensneugründungen
Festvortrag am 17. November 1997 in Köln: Prof. Gerald D. Feldman: Politik und Unternehmen in der Weimarer Republik
21. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 29. Februar 1996 in Frankfurt am Main: Privatisierung – Kommunalisierung
20. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 13. Februar 1995 in Köln: Die Straße im Wandel der Jahrhunderte - gesellschaftliche Bedeutung und technische Innovation
19. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 30. Mai 1994 in Waiblingen: Standortwahl und -politik deutscher Unternehmen
18. Öffentliche Vortragsveranstaltung: Unternehmenskultur und Geschichte
17. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 26. Mai 1992 in Frankfurt am Main: Unternehmer und politische Verantwortung
16. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 15. Mai 1991 in Mannheim: Industrie und Umwelt
15. Öffentliche Vortragsveranstaltung: Familienunternehmen in Wirtschaft und Gesellschaft vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
14. Öffentliche Vortragsveranstaltung: Wirtschaftsverbände. Partner der Politik oder Pressure Groups?
13. Öffentliche Vortragsveranstaltung: Strukturentwicklung in deutschen Wirtschaftsregionen
12. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 22. Mai 1987 in Bonn: Gemeinwirtschaftliche Unternehmen. Gestern - Heute - Morgen
11. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 10. Juni 1986 in München: Mittelstand und Arbeitsmarkt. Löst der Mittelstand die Beschäftigungsprobleme der deutschen Wirtschaft?
10. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 26. Juni 1985 in Frankfurt am Main: Entstehung und Entwicklung der Sozialen Marktwirtschaft
9. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 18. Mai 1984 in Düsseldorf: Protektionismus. Fortschritt oder Rückschritt?
Wissenschaftliche Vortragsveranstaltung der GUG und des Vereins der wissenschaftlichen Forschung auf dem Gebiete der Unternehmerbiographie und Firmengeschichte am 11. Oktober 1984 in Wien: Unternehmen und Staat nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein deutsch-österreichischer Vergleich
8. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 25. Mai 1983 in Köln: Integration ausländischer Mitarbeiter
7. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 25. Juni 1982 in München: Legitimation des Managements im Wandel. Zur Diskussion über Funktion und Auftrag der Unternehmensleitung während der letzten 150 Jahre
6. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 13. Mai 1981 in Fürth: Absatzstrategien deutscher Unternehmen. Gestern - Heute - Morgen
5. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 7. Mai 1980 in Düsseldorf: Mitbestimmung. Ursprünge und Entwicklung
4. Öffentliche Vortragsveranstaltung/German-Japanese Symposion at the Siemens Training Centre in Berlin, 20-23. März 1979: Innovation, Know How, Rationalization and Investment in German and Japanese Economics 1868/1871 - 1930/1980
3. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 31. Mai 1978 in Frankfurt am Main: Stiftung und Unternehmung. Erfahrungen und Zukunftsperspektiven
2. Öffentliche Vortragsveranstaltung am 28. Juni 1977 in Köln: Die Konzentration in der deutschen Wirtschaft seit dem 19. Jahrhundert
1. Öffentliche Vortragsveranstaltung: Der Unternehmer in Geschichte und Gegenwart
Wissenschaftliche Symposien
Mit wissenschaftlichen Symposien zu ausgewählten Fachthemen gibt die GUG der historischen Forschung Impulse. Sie versucht, Forschungslücken aufzuzeigen, und sie gibt den nötigen Raum zur Diskussion aktueller wissenschaftlicher Anliegen.
Nächste Veranstaltung: 49. Wissenschaftliches Symposium:
«Rüstungsindustrie und Rüstungsgeschäfte in Friedenszeiten»
Zu den erstaunlichsten Comebacks in der Wirtschaft der Bundesrepublik zählt derzeit das der Rüstungsindustrie. Gemeint sind nicht nur der beispiellose Auftragsboom, der Imagewandel und die Höhenflüge an den Aktienmärkten, sondern auch die steigende wissenschaftliche Aufmerksamkeit. Ökonom:innen und Politiker:innen spekulieren bereits über das Rüstungsgeschäft als Auffangbecken für kriselnde Automobilhersteller und -zulieferer, als Stütze der deutschen IT-Branche und einer Wiederbelebung der Raumfahrt.
Aus diesem Grund plant die GUG ihr 49. Wissenschaftliche Symposium für den 8. und 9. Oktober 2026 unter dem Thema «Rüstungsindustrie und Rüstungsgeschäfte in Friedenszeiten». Die unternehmenshistorische Forschung hat sich zwar umfassend mit der Rüstungsbranche in der Zeit der Weltkriege beschäftigt. Für die Zeit nach 1945 bestehen dagegen große Forschungslücken, neuere Darstellungen decken die Entwicklung der Waffenschmieden in der Bundesrepublik höchstens punktuell ab.
Das Symposium soll eine Bilanz des Forschungsstands ziehen und dabei auch angrenzende Fachgebiete einschließlich der militärhistorischen Forschung berücksichtigen, soweit sie sich auf die Rüstungsindustrie bezieht. Der Blick soll sich über die Rüstungsunternehmen und die Rüstungssparten von Mischkonzernen hinaus auf Lieferanten, etwa aus der Stahlindustrie, den Handel mit Rüstungsgütern und die Rüstungsforschung richten. Die Entwicklung in der Bundesrepublik soll durch Beiträge zu anderen Friedenszeiten und anderen europäischen Ländern auch vergleichend eingeordnet
werden.
Das Symposium wird sich auch mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung der Rüstung beschäftigen und der Frage nachgehen, wie die Rüstungsindustrie darauf reagierte. Es dient als Forum für die aktuelle wissenschaftliche Forschung und ermöglicht den Dialog mit Vertreter:innen von Unternehmen und anderen relevanten Akteur:innen.
Rückblick: 48. Wissenschaftliches Symposium:
«Companies and the Colonial Past»
Welche Verantwortung tragen Unternehmen, deren Geschichte mit kolonialen Strukturen verflochten ist? Diese Frage stand im Zentrum des 48. Wissenschaftlichen Symposiums, das mit dem Thema «Companies and the Colonial Past», Wirtschaftshistoriker:innen, Expert:innen der (post)kolonialen Studien sowie Unternehmensarchivar:innen in den Räumen der Freudenberg Group in Weinheim zusammenbrachte. Dabei ging es um die komplexen Verbindungen zwischen Unternehmen und kolonialen Systemen – historisch wie gegenwärtig. Die Diskussionen zeigten, dass ein interdisziplinärer Dialog mit Praktiker:innen unerlässlich ist, um historische Verantwortung und die aktuelle Relevanz des Themas für Unternehmen zu reflektieren.
MATTHIAS KEMMERER und TRISTAN OESTERMANN gaben exemplarische Einblicke in die Quellenlage in den Archiven. Deutlich wurde zudem, wie groß die Spannbreite von möglichen Forschungsfragen ist: MARTIN KALB, SABRINA SCHMITZ-ZERRES und MICHAEL RÖSSER präsentierten Fallbeispiele zum Thema Handel und Konsum, während sich ANKA STEFFEN und JAYITA SARKAR mit Märkten und (post-)kolonialen Bedingungen beschäftigten. KIM S. TODZI und THOMAS IRMER widmeten sich dem Themenbereich Infrastruktur.
In den folgenden Debatten wurden zentrale Fragen aufgeworfen: Sollte unser Verständnis von «Unternehmen» in kolonialen Kontexten grundsätzlich neu gedacht werden? Wie lässt sich der Blick von einzelnen Fallstudien lösen und die Einbettung unternehmerischer Aktivitäten in umfassendere koloniale Strukturen sichtbar machen? Und welchen Beitrag kann die Unternehmensgeschichte zur Kolonialforschung leisten – etwa durch die Analyse von multinationalen Unternehmen (MNEs)? Klar wurde zudem, dass sich Unternehmen heute mit ihrer kolonialen Vergangenheit auseinandersetzen sollten. Ob und wie die unternehmerische Aufarbeitung des Nationalsozialismus als Referenzrahmen für den Umgang mit kolonialen Vermächtnissen dienen kann, muss durch weitere methodische Überlegungen und Forschung vertieft werden.
Das Programm finden Sie unten im Downloadbereich, der Tagungsbericht folgt.
Impressionen






Rückblick und Downloads
Nächste Veranstaltung: 48. Wissenschaftliches Symposium: Companies and the Colonial Past
Call for Papers WS 2025/Bericht WS 2025
47. Wissenschaftliches Symposium am 10. und 11. Oktober 2024 in Zürich: Tax management and competition in historical perspective
Programm WS 2024/Bericht WS 2024
46. Wissenschaftliches Symposium am 12. und 13. Oktober 2023 in Berlin: Die Konstruktion des Unternehmers. Selbst- und Fremdwahrnehmungen seit dem 19. Jahrhundert
Programm WS 2025
45. Wissenschaftliches Symposium am 6. und 7. Oktober 2022 in Frankfurt a.M.: Seitenwechsel. Unternehmer in der Politik und Politiker in Unternehmen
Programm WS 2022/Bericht WS 2022
44. Wissenschaftliches Symposium am 21. und 22. Oktober 2021 in Stuttgart: Karriere von Führungskräften innerhalb und außerhalb von Organisationen
Programm WS 2021/Bericht WS 2021
43. Wissenschaftliches Symposium am 8. Oktober 2020 in Mettingen: Verdammt zu Größe und Wachstum? Strukturwandel im Einzelhandel seit den 1950er Jahren
Programm WS 2020/Bericht WS 2020
42. Wissenschaftliches Symposium am 17. und 18. Oktober 2019 in Essen:
1919 – der Versailler Vertrag, die Neuordnung Europas und die deutschen Unternehmen
Programm WS 2019/Bericht WS 2019
41. Wissenschaftliches Symposium Joint Conference BHSJ und GUG am 13. und 14. September 2018 in Frankfurt am Main: Corporate Governance in Japan and Germany in the 19th and 20th Century
Programm WS 2018/Bericht WS 2018
40. Wissenschaftliches Symposium am 13. Oktober 2017 in Leipzig: Ostgeschäfte: Westdeutsche Unternehmen in der DDR
Programm WS 2017/Bericht WS 2017
39. Wissenschaftliches Symposium Joint Conference ABH and Gesellschaft für Unternehmensgeschichte e.V. am 27./28. Mai 2016 in Berlin: Creativity and Entreprenuership in the Global Economy
Programm WS 2016/Bericht WS 2016
38. Wissenschaftliches Symposium am 8./9. Oktober 2015 in Wien: Erfahrung, Erwartung, Entscheidung – Entscheidungsprozesse im Unternehmen unter konzeptionellen Gesichtspunkten
Programm WS 2015/Bericht WS 2015
37. Wissenschaftliches Symposium am 16./17. Oktober 2014 in Frankfurt am Main Wirtschaftskriminalität und Unternehmen
36. Wissenschaftliches Symposium am 10./11. Oktober 2013 in Mannheim: Unternehmen und Krieg. Neuere Forschungen zum Ersten Weltkrieg
35. Wissenschaftliches Symposium am 11./12. Oktober 2012 in Berlin: Internationalisierung und Management nach 1945
34. Wissenschaftliches Symposium am 6./7. Oktober 2011 in Frankfurt am Main: Unternehmer und Migration
33. Wissenschaftliches Symposium am 7./8. Oktober 2010 in Düsseldorf: Religion und Unternehmen
32. Wissenschaftliches Symposium am 8./9. Oktober 2009 in Wien: Verstaatlichung und Privatisierung
31. Wissenschaftliches Symposium am 8./9. Oktober 2008 in Frankfurt am Main: Unternehmen und Kunst in historischer Perspektive
30. Wissenschaftliches Symposium am 8./9. Oktober 2007 in München: Struktureller Wandel der Unternehmensorganisation 1960-1980
29. Wissenschaftliches Symposium am 12./13. Oktober 2006 in Stuttgart: Unternehmerische Netzwerke. Eine historische Organisationsform mit Zukunft?
28. Wissenschaftliches Symposium 9. European Business History Conference vom 1.-4.09.2005 in Frankfurt am Main: Corporate Images – Images of the Corporation
27. Wissenschaftliches Symposium am 14./15. Oktober 2004 in Walldorf: Wissensmärkte von Unternehmen
26. Wissenschaftliches Symposium am 1./2. Oktober 2003 in Recklinghausen: Regulierung und Deregulierung
25. Wissenschaftliches Symposium am 5./6. September 2002 in Köln: Unternehmen und Alterssicherung
24. Wissenschaftliches Symposium am 11. - 13. Oktober 2001 in Bochum (in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis für kritische Unternehmens- und Industriegeschichte, kurz: AKKU): Wirtschaftliche Eliten im 20. Jahrhundert
23. Wissenschaftliches Symposium am 20./21. Oktober 2000 in Frankfurt am Main: Innovationen im Bankgeschäft
22. Wissenschaftliches Symposium am 22./23. Oktober 1999 in Königswinter: Die Internationalisierung der deutschen Wirtschaft
21. Wissenschaftliches Symposium am 23./24. Oktober 1998 in Berlin: Printmedien im Wettbewerb
20. Wissenschaftliches Symposium am 20./21. Juni 1997 in Frankfurt am Main: Unternehmen und Unternehmer im Nationalsozialismus
19. Wissenschaftliches Symposium am 12./13. September in Wien: Österreich, Böhmen und Ungarn als Wirtschaftsstandort
18. Wissenschaftliches Symposium am 10./11. Oktober 1995 in Düsseldorf: Krisen und Krisenbewältigung vom 19. Jahrhundert bis heute
17. Wissenschaftliches Symposium am 24./25. November 1994 in Jena:
Geschichte der Organisationsformen im Absatzbereich von Unternehmen in den neuen und alten Bundesländern
16. Wissenschaftliches Symposium am 30. September/l. Oktober 1993 in Trier: Mitbestimmung und Betriebsverfassung in Deutschland und Frankreich seit dem 19. Jahrhundert
15. Wissenschaftliches Symposium am 12. -14. August 1992 in München: Transnational Investment from the 19th Century to the Present
14. Wissenschaftliches Symposium am 13./14. Dezember 1990 in Berlin: Die Entwicklung der Unternehmensformen und -strukturen in Westdeutschland seit dem Zweiten Weltkrieg
13. Wissenschaftliches Symposium/Wissenschaftliche Vortragsveranstaltung der GUG und des Instituts für bankhistorische Forschung am 3. November 1989 in Frankfurt am Main: Überlebenschancen von Unternehmensneugründungen
12. Wissenschaftliches Symposium am 24./25. November 1988 in Berlin: Der Einfluss ausländischer Unternehmen auf die deutsche Wirtschaft vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart
11. Wissenschaftliches Symposium am 27./28. November 1986 in Fellbach: Die Einflüsse der Motorisierung auf das Verkehrswesen von 1886 bis 1986
10. Wissenschaftliches Symposium am 25. - 27. September 1985 in Lüneburg: Wettbewerbsbeschränkungen au/internationalen Märkten
9. Wissenschaftliches Symposium am 17./18. Januar 1985 in Kehl: Kommunale Unternehmen. Geschichte und Gegenwart
8. Wissenschaftliches Symposium am 8./9. Dezember 1983 in Essen: Die Frau in der deutschen Wirtschaft
7. Wissenschaftliches Symposium am 19. November 1982 in Leverkusen: Wirtschaft, Schule und Universität. Die Förderung schulischer Ausbildung und wissenschaftlicher Forschung durch deutsche Unternehmen seit dem 19. Jahrhundert
6. Wissenschaftliches Symposium am 15./16. Dezember 1981 in Hamburg: Wirtschaftswachstum, Technologie und Arbeitszeit im internationalen Vergleich
5. Wissenschaftliches Symposium: Erfolgsbeteiligung und Vermögensbildung von Arbeitnehmern ausgewählter deutscher Unternehmen (1850-1945)
4. Wissenschaftliches Symposium am 7. Dezember 1979 in Hannover: Die Entwicklung des Arbeitskampfrechts in Deutschland und in den westlichen Nachbarstaaten
3. Wissenschaftliches Symposium: Finanzierung, Innovation, Know-How
2. Wissenschaftliches Symposium am 7. Dezember 1978 in Sindelfingen: Berufliche Aus- und Weiterbildung in der deutschen Wirtschaft seit dem 19. Jahrhundert
1. Wissenschaftliches Symposium am 25. November 1977 in Hamburg: Betriebliche Sozialpolitik deutscher Unternehmen seit dem 19. Jahrhundert
Arbeitskreis Bank- und Versicherungsgeschichte
Entstanden aus den Arbeitskreisen Bankengeschichte und Versicherungsgeschichte, trifft sich dieser Arbeitskreis einmal jährlich. Diskutiert werden Forschungen zu spezifischen Themen aus dem Feld des Arbeitskreises. Der Arbeitskreis traf sich zum ersten Mal am 21. Oktober 2005.
Mitglieder: 113 (Stand 2025)
Vorsitz:
PD Dr. Friederike Sattler, Goethe-Universität Frankfurt, Vorsitzende
Stefan Pretzlik, Historische Archive der Munich Re Group, München
Mitglied werden:
Sollten Sie Interesse an einer Mitarbeit im Arbeitskreis Bank- und Versicherungsgeschichte haben, wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle.
Nächste Veranstaltung: 23. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte
Aktuelle Informationen folgen bald.
Rückblick: 22. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte
Wie viel verrät ein Bankgebäude über das Institut, das es beherbergt – und welche Rolle spielt das Corporate Design dabei? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der 22. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte, die am 21. November 2025 in Frankfurt a.M. zum Thema «Architektur und Corporate Design in der Finanzindustrie» stattfand.
In den historischen Fallbeispielen – von der Banca d’Italia über die Österreichisch Ungarische Bank und Sparkassenbauten bis zur EZB – wurde deutlich, dass architektonische Lösungen häufig aus Aushandlungsprozessen zwischen Bankvorständen, Architekten und gesellschaftlichen Leitbildern – dem Zeitgeist – entstehen. Überraschend war dabei der Befund, dass selbst konservative Bankvorstände oftmals modernistische Entwürfe unterstützten, die Offenheit und Zukunftsfähigkeit signalisierten.
Eine zentrale Diskussion beschäftigte sich zudem mit der zunehmenden Angleichung der Bankgeschäftsmodelle: Je austauschbarer Produkte und Dienstleistungen werden, desto stärker gewinnen Image, Corporate Design und repräsentative Gebäude als kommunikative Orientierungspunkte zwischen Banken und Öffentlichkeit an Bedeutung.
Intensiv diskutiert wurde die symbolische Transparenz moderner Glasarchitektur, die Offenheit suggeriert, ohne institutionelle Transparenz zwingend einzulösen. Weitere Schwerpunkte lagen auf nachhaltigen Gestaltungskonzepten sowie dem wachsenden Einfluss der Konsumindustrie, deren Showroom-Ästhetik zunehmend Eingang in Bankbauten finden.
Anhand der Beispiele der Banca d’Italia, der Österreichisch-Ungarischen Bank und der EZB zeigte sich schließlich, dass Bankarchitektur stets auch Identitätsarbeit auf mehreren Ebenen leistet und Finanzinstitutionen zugleich als politische Bedeutungsträger im urbanen Raum positioniert.
Das Programm finden Sie im Downloadbereich. Ein ausführlicher Tagungsbericht folgt in Kürze.
Impressionen
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Rückblick und Downloads
22. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 21. November 2025 bei der Deutscher Bank AG: Architektur und Corporate Design in der Finanzindustrie
Programm AK Banken 2025
21. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 15. November 2024 bei der Commerzbank AG: Nachhaltig finanzieren und versichern. Konzepte und Praktiken seit dem 18. Jahrhundert
Programm AK Banken 2024
20. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 1. Dezember 2023 bei der Ergo Group: Unternehmerische Risiken – erforschen, steuern und beherrschen?
Programm AK Banken 2023/Bericht AK Banken 2023
19. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 18. November 2022 bei der Commerzbank AG: Die deutschen Banken und die zweite Globalisierung
Programm AK Banken 2022/Bericht AK Banken 2022
18. Sitzung des Arbeitskreises Banken- und Versicherungsgeschichte gemeinsam mit der 17. Sitzung des Arbeitskreises Familienunternehmen am 19. November 2021 bei der ODDO BHF Bank: Banken und Familienunternehmen
Programm AK Banken 2021/Bericht AK Banken 2021
17. Sitzung des Arbeitskreises Banken- und Versicherungsgeschichte am 8. November 2019 bei der KPMG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft: Karrieren in der Finanzwelt
Programm AK Banken 2019/Bericht AK Banken 2019
16. Sitzung des Arbeitskreises Banken- und Versicherungsgeschichte am 26. Oktober 2018 bei der Fürstlich Castell’sche Bank: Bank und Familie
Programm AK Banken 2018/Bericht AK Banken 2018
15. Sitzung des Arbeitskreises Banken- und Versicherungsgeschichte am 3. November 2017 bei der KfW, Frankfurt am Main: Die deutschen Banken und die Rückkehr der deutschen Industrie in den Weltmarkt (1953-1973)
Programm AK Banken 2017/Bericht AK Banken 2017
14. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 24. und 25. November 2016 Kooperation mit der European Association for Banking History (eabh), Frankfurt an Main: The rise (and decline) of retail banking? 1960s to 2020s
Programm AK Banken 2016/Bericht AK Banken 2016
13. Sitzung des Arbeitskreises (außerplanmäßig) am 26. Februar 2016 bei der Munic Re, München: Naturgewalten und das Risikomanagement im Versicherungsgeschäft
Programm AK Banken 2016/Bericht AK Banken 2016
12. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 26. September 2014 in Kooperation mit BNP Paribas: Die Internationalisierung von Finanzdienstleistungen
Programm AK Banken 2014/Bericht AK Banken 2014
Workshop des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 19./20. September 2013 in Kooperation mit der Finanzgruppe Wissenschaftsförderung: Marketingstrategien der Finanzwirtschaft seit dem 20. Jahrhundert
Programm AK Banken 2013/Bericht AK Banken 2013
11. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 5. Oktober 2012: Bankiers im Netzwerk der Bank-Industriebeziehungen
Programm AK Banken 2012/{2012_Bericht_AK Banken}
10. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 9. September 2011:
Bankenregulierung
Programm AK Banken 2011/Bericht AK Banken 2011
9. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 10. September 2010: Versicherungen und Umweltrisiken
Programm AK Banken 2010
8. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 25. September 2009: Retail Banking
Programm AK Banken 2009
7. Sitzung des Arbeitskreises für Bank- und Versicherungsgeschichte am 5. September 2008: Banken in Krisenzeiten: Herausforderungen und Lösungsansätze
6. Sitzung des Arbeitskreises für Bank- und Versicherungsgeschichte am 25. Mai 2008: Liberalisierung der Bankenwelt nach 1957
Programm AK Banken 2008
5. Sitzung des Arbeitskreises für Bank- und Versicherungsgeschichte am 22. Juni 2007: Versicherungsgeschichte
Programm AK Banken 2007
4. Sitzung des Arbeitskreises für Bank- und Versicherungsgeschichte am 15. Dezember 2006: Kreditgeschäfte der Banken
3. Sitzung des Arbeitskreises für Bank- und Versicherungsgeschichte am 9. Juni 2006: Geschichte der Fondsgesellschaften
Programm AK Banken 2006
2. Sitzung des Arbeitskreises für Bank- und Versicherungsgeschichte am 25. November 2005: Banken und Versicherungen im Globalisierungsprozess des 19. und 20. Jahrhunderts
Programm AK Banken 2005
Gemeinsame Sitzung des Arbeitskreises für Bankgeschichte und des Arbeitskreises für Versicherungsgeschichte am 28. November 2003: Banken und Versicherungen
9. Sitzung des Arbeitskreises Bankgeschichte am 4. April 2003
Programm AK Banken 2003
8. Sitzung des Arbeitskreises für Bankgeschichte: Unternehmen und Alterssicherung
Programm AK Banken 2002
7. Sitzung des Arbeitskreises für Bankgeschichte am 8. und 9. November 2001: Gesundheit und Versicherung
6. Sitzung des Arbeitskreises für Bankgeschichte am 7. und 8. Juni 2001
Programm AK Banken 2001
5. Sitzung des Arbeitskreises für Bankgeschichte am 6. Oktober 2000: Internationalisierung der Versicherungswirtschaft
4. Sitzung des Arbeitskreises für Bankgeschichte am 3. Mai 2000
Programm AK Banken 2000
3. Sitzung des Arbeitskreises für Bankgeschichte am 24. Juni 1999
2. Sitzung des Arbeitskreises für Bankgeschichte am 5. Februar 1999
Programm AK Banken 1999
1. Konstituierende Sitzung des Arbeitskreises für Bank- und Versicherungsgeschichte am 17. Juni 2005: Zeiten der Umstellung nach den beiden Weltkriegen: Probleme des Übergangs im Bank- und Versicherungsgewerbe
Arbeitskreis Familienunternehmen
Die konstituierende Sitzung des Arbeitskreises fand am 21. Oktober 2005 statt. Der bis dahin existierende Arbeitskreis Kleine und Mittlere Unternehmen wurde im November 2016 in den Arbeitskreis Familienunternehmen umbenannt.
Mitglieder: 113 (Stand 2025)
Vorsitz:
Dr. Jörg Lesczenski, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Vorsitzender
Sabine Falke-Ibach, RUD. IBACH SOHN GmbH
Mitglied werden:
Sollten Sie Interesse an einer Mitarbeit im Arbeitskreis Familienunternehmen haben, wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle.
Nächste Veranstaltung: 21. Sitzung des Arbeitskreises Familienunternehmen
Die nächste Sitzung wird am 8. Mai 2026 zum Thema «Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Familienunternehmen und ihre USA-Geschäfte» stattfinden. Gastgeber, Tagungsort und Programm werden wir in Kürze bekanntgeben.
Rückblick: 20. Sitzung des Arbeitskreises Familienunternehmen
«Wohlfühloase oder Gesetzeslücken-Trickser?» Zu dieser kontroversen Frage tagte der Arbeitskreis Familienunternehmen am 4. April 2025. Dabei entwickelte sich in den Räumen der Messer SE & Co. KGaA in Bad Soden ein intensiver Austausch über Mitbestimmung und Arbeitskonflikte in familiengeführten Unternehmen.
Im Zentrum stand die Frage, warum gerade in Familienunternehmen betriebliche Mitbestimmung oft eine besonders ambivalente Rolle spielt: zwischen Fürsorgeversprechen, Konfliktvermeidung und strategischer Gesetzesumgehung. Die Vorträge spannten einen Bogen von historischen Fallbeispielen über aktuelle Entwicklungen bis hin zu rechtlichen Grauzonen – und machten deutlich, wie tief verwurzelt und zugleich umkämpft Mitbestimmung in diesem Unternehmensfeld ist.
KOLJA HOSCH (Messer SE & Co. KGaA) beleuchtete zunächst die aktuelle, von Unsicherheiten und Krisensymptomen bestimmte Situation der deutschen Industrie und skizzierte, welche Folgen der Strukturwandel und der generationenbedingte Wandel in der Chemiebranche auf die Betriebsratsarbeit haben. DANIEL HAY (Hans Böckler Stiftung) präsentierte neueste Forschungsergebnisse zu aktuellen Entwicklungen der betrieblichen Mitbestimmung, während BENJAMIN PFANNES und LARS HENRIK HOLLMANN mit dem Speditionsunternehmen J.F. Hillebrand und dem Medienhaus Burda zwei historische Fallbeispiele mit unterschiedlichen Strategien zur Konfliktlösung vorstellten.
Das Programm finden Sie unten. Ein ausführlicher Tagungsbericht folgt in Kürze.
Impressionen
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Rückblick und Download
20. Sitzung des Arbeitskreises Familienunternehmen am 4. April 2025 bei der Messer SE & Co. KGaA: ‹Wohlfühloase oder Gesetzeslücken-Trickser?› Mitbestimmung und Betriebskonflikte in familiengeführten Unternehmen
Programm AK Familienunternehmen 2025
19. Sitzung des Arbeitskreises Familienunternehmen am 3. November 2023 bei The Coatinc Company Holding GmbH: Familienunternehmen im Nationalsozialismus
Programm AK Familienunternehmen 2023
18. Sitzung des Arbeitskreises für Familienunternehmen am 21. September 2022 bei Miele & Cie. KG:
Die Welt ist ihr Markt. Die Internationalisierung von Familienunternehmen
Programm AK Familienunternehmen 2022/Bericht AK Familienunternehmen 2022
17. Sitzung des Arbeitskreises Familienunternehmen gemeinsam mit der 18. Sitzung des Arbeitskreises Bank- und Versicherungsgeschichte am 19. November 2021 bei der ODDO BHF Bank: Banken und Familienunternehmen
Programm AK Familienunternehmen 2021/Bericht AK Familienunternehmen 2021
16. Sitzung des Arbeitskreises Familienunternehmen am 22. November 2019 bei der Coroplast Fritz Müller GmbH & Co. KG: Familienflüsterer. Familienunternehmen und ihre Berater
Programm AK Familienunternehmen 2019/Bericht AK Familienunternehmen 2019
15. Sitzung des Arbeitskreises Familienunternehmen am 9. November 2018 bei der Werner Reimers Stiftung, Bad Homburg: Pleiten, Pech und Pannen» in Familienunternehmen
Programm AK Familienunternehmen 2018/Bericht AK Familienunternehmen 2018
14. Sitzung des Arbeitskreises Familienunternehmen am 10. November 2017 bei der Falke KGaA, Schmallenberg: Langlebigkeit von Familienunternehmen. Strategisches Geschick oder glückliche Fügung?
Programm AK Familienunternehmen 2017/Bericht AK Familienunternehmen 2017
13. Sitzung des Arbeitskreises Familienunternehmen am 11. November 2016 bei der Johann Borgers GmbH & Co. KG, Bocholt: Krisen in Familienunternehmen
Programm AK Familienunternehmen 2016/Bericht AK Familienunternehmen 2016
12. Sitzung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen am 13. November 2015 bei der Industrie- und Handelskammer, Frankfurt am Main : Unternehmertypen und Führungsstile
Programm AK Familienunternehmen 2015/Bericht AK Familienunternehmen
11. Sitzung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen am 07. November 2014 bei der Kurtz Ersa Group, Hasloch: Familienunternehmen - Der Unternehmer und seine Familie
Programm AK Familienunternehmen/Bericht AK Familienunternehmen
10. Sitzung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen am 07. – 08. November 2013 bei der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG, Gerolstein: Hidden Champions
Programm AK Familienunternehmen/Bericht AK Familienunternehmen 2013
9. Sitzung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen am 26. Oktober 2012 Eintracht-Museum, Commerzbank-Arena, Frankfurt am Main: Sport
Programm AK Familienunternehmen/Bericht AK Familienunternehmen
8. Sitzung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen am 28. Oktober 2011 IHK Darmstadt, Darmstadt: Energie und Umwelt
Programm AK Familienunternehmen/Bericht AK Familienunternehmen
2010
fand keine Sitzung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen statt.
6. Sitzung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen am 18. und 19. September 2009 bei der Borgers GmbH, Bocholt: Internationalisierung
Programm AK Familienunternehmen/Bericht AK Familienunternehmen
5. Sitzung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen am 28. und 29. September 2008 Standortinitiative Wurzen e.V. und Sächsisches Wirtschaftsarchiv e.V., Wurzen und Leipzig: KMU in Ostdeutschland
Programm AK Familienunternehmen/Bericht AK Familienunternehmen
4. Sitzung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen am 7. September 2007 Kreuzwertheim: Unternehmen und ‚ihr‘ Ort
Programm AK Familienunternehmen/Bericht AK Familienunternehmen
3. Tagung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen am 22. Februar 2007 Museum der Olfry Ziegelwerke GmbH & Co. KG, Gut Daren: Unternehmen und Archiv
Programm AK Familienunternehmen/Bericht AK Familienunternehmen
2. Sitzung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen am 29. September 2006 bei der ODU Steckverbindungen GmbH & Co. KG: Familienunternehmen - Ein Spektrum im Spiegel der neueren Forschung
Programm AK Familienunternehmen
1. konstituierende Sitzung des Arbeitskreises Kleine und Mittlere Unternehmen am 21. Oktober 2005 bei der Industrie-und Handelskammer, Frankfurt am Main: Gestaltung des Arbeitskreises
Programm AK Familienunternehmen
Arbeitskreis Global Economy and Multinational Enterprises (GEME)
Der Arbeitskreis hat sich am 9. Oktober 2024 konstituiert. Diskutiert wird Forschung zu spezifischen Themen aus dem Feld des Arbeitskreises.
Vorsitz:
Prof. Dr. Jan-Otmar Hesse, Universität Bayreuth
PD Dr. Christian Marx, Leibniz Institut für Zeitgeschichte
Prof. Dr. Sabine Pitteloud, FernUni Schweiz
Mitglied werden:
Sollten Sie Interesse an einer Mitarbeit im Arbeitskreis Global Economy and Multinational Enterprises (GEME) haben, wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle.
Nächste Veranstaltung 2. Sitzung des Arbeitskreises Global Economy and Multinational Enterprises (GEME):
Die kommende Sitzung im Jahr 2026 wird online stattfinden. Nähere Informationen folgen bald.
Rückblick: 1. Sitzung des Arbeitskreises Global Economy and Multinational Enterprises (GEME)
Was passiert, wenn die Wirtschaftsgeschichte ausländische Direktinvestitionen (Foreign Direct Investments/FDI) nicht als Statistik, sondern als gelebte Praxis betrachtet? Mit diesem Thema nahm der neue internationale Arbeitskreis Global Economy and Multinational Enterprises (GEME) am 8. Oktober 2025 seine Arbeit auf. Das Treffen im Besucherzentrum der BASF in Ludwigshafen eröffnete neue methodische und konzeptionelle Perspektiven auf internationale Unternehmensstrategien.
Der Eröffnungsvortrag von NEIL ROLLINGS (University of Glasgow) setzte zentrale Impulse für die anschließenden Diskussionen. Fallstudien zu Sartorius in China (CAETANO FRANZ), deutschen Lederunternehmen im postkolonialen Indien (CHRISTINA HÄBERLE) und zur europäischen Kautschukindustrie (TONIO SCHWERTNER) zeigten die Vielfalt und Pfadabhängigkeiten unternehmerischer Internationalisierung. In den Diskussionen wurde deutlich, dass FDI nicht nur als makroökonomisches Maß behandelt werden sollten. Zielführender ist ein Verständnis als komplexer, gelebter Prozess, geprägt von Strategien, Entscheidungen, Aushandlungen und institutionellen Rahmenbedingungen. Internationalisierung beruht zudem nicht allein auf Kapitalflüssen, sondern auch auf nicht-marktbezogenen Strategien: Handelskammern, internationale Konferenzen, Lobbyarbeit und informelle Netzwerke bilden zentrale Infrastrukturen, die mehr analytische Aufmerksamkeit verdienen.
Das Uppsala-Modell bleibt ein sinnvoller theoretischer Rahmen für schrittweise Internationalisierung, doch es zeigte sich, dass reale Entwicklungen oft fragmentiert, experimentell oder umstritten verlaufen und damit vom idealtypischen Verlauf abweichen. Lieferketten wurden als alternative analytische Perspektive diskutiert. Ihr heuristischer Wert ist unbestritten, doch jede «Kette» weist Lücken und Brüche auf – sie bleibt daher eher Metapher denn belastbare Methode. Ein vorsichtiger und kontextsensitiver Umgang erscheint daher geboten.
Die Arbeitsgruppe wird ihre Diskussionen in kommenden Sitzungen fortsetzen. Das Programm der Veranstaltung finden Sie im Downloadbereich. Ein ausführlicher Tagungsbericht folgt in Kürze.
Impressionen
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Rückblick und Download
Programm
Programm 2024
Ruhende Arbeitskreise
Die hier aufgelisteten Arbeitskreise ruhen derzeit. Bei aktuellem Bedarf können diese Arbeitskreise wieder aktiviert werden. Hier finden Sie eine Auflistung aller Sitzungen der Arbeitskreise mit allen Referenten und Vorträgen.
Marketinggeschichte
Sitzungsprogramme des Arbeitskreises Marktetinggeschichte 2007-2024
Sitzungsberichte des Arbeitskreises Marktetinggeschichte 2007-2024
Geschichte von Medienunternehmen
Ostdeutsche Unternehmen im Transformationsprozess
Liste der Vorträge 2010 - 2012
Tagungsbericht März 2012
Tagungsbericht März 2011
Verkehrsgeschichte
Unternehmen im Nationalsozialismus
Workshops
Workshop: Vergangenheit verstehen - Verantwortung übernehmen. NS -Geschichte im eigenen Unternehmen
Auf Initiative der Hans und Berthold Finkelstein Stiftung und in Kooperation mit der GUG und Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ) finden seit 2024 Workshops statt, die Unternehmen helfen sollen, sich mit der Zeit des Nationalsozialismus und mit demokratischem Engagement in Unternehmen zu beschäftigen. Das Workshopangebot richtet sich an Menschen aus den Bereichen (Historische) Kommunikation, Public Affairs und Corporate Social (oder Political) Responsibility. Es bietet einen Raum, um sich vertraulich über verschiedene Möglichkeiten und Best-Practice-Beispiele zur historischen Aufarbeitung und dem Engagement von Demokratie in Unternehmen auszutauschen und ausgehend davon ein Netzwerk zu etablieren.
Nach dem erfolgreichen ersten Workshop «Blick zurück nach vorn - Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus und Engagement für Demokratie in Unternehmen» im Juni 2024 in Frankfurt am Main wurde das Veranstaltungsformat am 12. November 2025 fortgesetzt. Unter dem Motto «Keine Zeit zu Vergessen: Historische Verantwortung von Unternehmen und Engagement für Demokratie heute» legte ein weiterer Workshop für Unternehmensvertreter:innen einen Fokus auf das Thema Zwangsarbeit.
Nach einer Führung durch das jüngst eröffnete Museum Zwangsarbeit im Nationalsozialismus in Weimar und Fachimpulsen zu Forschung, Erinnerungskultur und Bildungsarbeit tauschten sich die Teilnehmenden intensiv darüber aus, wie Unternehmen ihre Geschichte aufarbeiten und sich aufbauend darauf heute authentisch für Demokratie und Vielfalt engagieren können. Die Gespräche zeigten einmal mehr, wie wichtig die Arbeit in Archiven, die sorgfältige Quellenrecherche und die unabhängige, wissenschaftliche Aufarbeitung sind. Sie schaffen die faktenbasierte Grundlage, mit der Unternehmen heute glaubwürdig Verantwortung Übernehmen und demokratische Werte stärken können – gerade in Zeiten, in denen demokratische Grundwerte unter Druck geraten.
Impressionen

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Dass die «Unternehmensgeschichte(n) der Zivilluftfahrt» äußerst anschlussfähig und dynamisch sind und als wirtschaftshistorisches Thema noch zahlreiche neue Forschungsfragen bieten, bewies der gleichnamige Workshop am 16. Mai 2025 in Frankfurt a.M. Er wurde von der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte, der Professur für Europäische Wissens- und Kommunikationsgeschichte der Moderne an der Universität Siegen und den Arbeitsbereichen Neuere und Neueste Geschichte sowie Zeitgeschichte an der Universität Paderborn ausgerichtet. Das Ziel: Neue Kooperationen und Projekte im Feld der wirtschafts- und unternehmenshistorischen Erforschung der Zivilluftfahrt anzustoßen.
In den Räumen der Lufthansa AG diskutierten Forscher:innen, Archivar:innen und Praktiker:innen aus der Luftfahrt methodische Ansätze, teilten Perspektiven und lernten sich
und ihre verschiedenen Forschungsansätze gegenseitig besser kennen. Dabei wurde deutlich: Das Thema Zivilluftfahrt ist keine Nischenforschung! Es eröffnet neue Blickwinkel auf die Wirtschaftsgeschichte, auf (post-)koloniale Forschung, Globalgeschichte, historische Sicherheitsforschung, Infrastrukturgeschichte, Sozialgeschichte – und bleibt auch für die Technikgeschichte relevant.
Wie eng dabei historische und gegenwärtige Fragestellungen verwoben sind, zeigte sich an den diskutierten Themen, etwa die Rolle politischer und wirtschaftlicher Interessenlagen im globalen Luftverkehr oder der wachsende Einfluss ökologischer Debatten auf unternehmerische Entscheidungen. Von großer Aktualität waren auch die Fragen nach der Systemrelevanz von Flughäfen, Airlines oder anderer Infrastrukturen der Zivilluftfahrt sowie der Bedeutung von Markenbildung und öffentlicher Wahrnehmung in der Luftfahrtbranche.
Programm
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Workshop History Communication
Unser Verständnis von History Communication:
"History Communication ist die Vermittlung der Geschichte eines Unternehmens in allen ihren Facetten. Dabei bewegt sich History Communication im Spannungsfeld von unternehmerischem Interesse, den Erwartungen der Stakeholder und der externen Öffentlichkeit. Basis der Kommunikation muss die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte sein."
Da die Begriffe History Marketing und History Communication in der Praxis häufig nicht eindeutig voneinander abgegrenzt werden, möchte der Workshop dazu beitragen, mehr Klarheit über Ziele, Methoden und Einsatzfelder historischer Kommunikation zu schaffen. Seit 2013 treffen sich Vertreter:innen von Unternehmen regelmäßig, um sich über grundsätzliche Fragen, Erfahrungen und Best Practices in diesem Themenfeld auszutauschen.
Im Mittelpunkt steht dabei ausdrücklich nicht der Einsatz historischer Einzelfakten zur Vermarktung von Produkten im Sinne des History Marketing. Vielmehr richtet sich der Blick auf die systematische Auseinandersetzung mit der eigenen Unternehmensgeschichte: Dazu gehören die Prozesse zur Gewinnung historischer Kenntnisse – etwa durch Archivarbeit, wissenschaftliche Forschung oder Zeitzeugenprojekte – ebenso wie der professionelle Umgang mit den daraus gewonnenen Ergebnissen.
Diskutiert werden sowohl Formen der Aufbereitung, etwa in Publikationen, Ausstellungen oder multimedialen Auftritten, als auch geeignete Kommunikationsmittel wie Bücher, Apps, Podcasts, Intranet-Angebote oder andere digitale Formate. Ziel des Workshops ist es, den Erfahrungsaustausch zu fördern, Impulse für die Praxis zu geben und ein vertieftes Verständnis dafür zu entwickeln, wie historische Kommunikation strategisch sinnvoll und nachhaltig eingesetzt werden kann.
Der Workshop lädt sich Fachkundige (Theoretiker:innen/Wissenschaftler:innen) für Impulsvorträge ein. Ferner berichten die Teilnehmenden themenbezogen von ihren Erfahrungen. Da so im Workshop durchaus sensible Daten zwischen den Teilnehmenden ausgetauscht und diskutiert werden und eine Arbeitsatmosphäre vorherrscht, ist der Workshop in der Regel Mitgliedsfirmen der GUG vorbehalten und die Anzahl der Teilnehmenden begrenzt (max. 15 Personen).
Geleitet wird der Workshop von Dr. Andrea H. Schneider-Braunberger (GUG). Er tagt einmal jährlich.
Die bisherigen Sitzungen fanden beispielsweise statt im Siemens MedMuseum, bei der Kurtz-Ersa Group, der Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG, der adidas AG, der Spielwarenmesse Nürnberg eG, in der FC Bayern München Erlebniswelt, bei der Alfred Kärcher GmbH & Co. KG, im Vitra Design Museum, bei der BASF, Mast-Jägermeister, das Bankhaus Metzler und der Fraport AG.
Interessierte wenden sich bitte an Dr. Andrea H. Schneider-Braunberger.
Symposium GUG-WIFU
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2017 fand die erste gemeinsame Veranstaltung mit der WIFU - Stiftung statt, die sich vornehmlich an Mitglieder von Familienunternehmen und Unternehmerfamilien richtet, aber auch Wissenschaftler:innen einlädt, die sich mit der Erforschung von Familienunternehmen beschäftigen. Das Symposium ist eine Kooperationsveranstaltung des Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU) und der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte.
«Willst du etwas wissen, so frage einen Erfahrenen und keinen Gelehrten», lautet ein chinesisches Sprichwort. Neben Themenvorträgen unserer ReferentInnen gibt diese Veranstaltung eine professionell angeleitete Struktur vor, um den TeilnehmerInnen die Möglichkeit zum gegenseitigen, vertraulichen Austausch zu geben. So können die Teilnehmer Einblicke in Probleme und Lösungsstrategien anderer Familienunternehmen erhalten.
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Das neunte Symposium fand am 13. November 2025 bei der Semper idem Underberg AG in Rheinberg zum Thema «Familienunternehmen im Kontext des bundesdeutschen Wirtschaftswunders» statt.
9. Symposium Unternehmensgeschichte
Ort: Semper idem Underberg AG, Rheinberg
Familienunternehmen im Kontext des bundesdeutschen Wirtschaftswunders
Sonderveranstaltungen
Vergangene Veranstaltungen
Wie hat die Entwicklung der Warenhäuser im späten 19. Jahrhundert das Einkaufen in Deutschland verändert? Und welche Funktion hatte das für die Ausbildung der Konsumgesellschaft in der Moderne? Diesen Fragen gingen die Wirtschaftshistoriker WERNER PLUMPE und RALF BANKEN in einem von der Karg-Stiftung geförderten Projekt nach, in dem die beiden Autoren mit dem Unternehmen Hermann Tietz/Hertie die Geschichte eines der bekanntesten der deutschen Warenhäuser rekonstruierten.
Die Ergebnisse von vier Jahren Forschungsarbeit (2021-2025) mündeten in dem Buch „Die wunderbare Welt von HERmann TIEtz. Warenhaus und Massenkonsum in Deutschland in der Moderne“ (Siedler-Verlag). Es zeichnet erstmals die gesamte Geschichte des Warenhauses Hertie von seiner Gründung 1882 bis zu seinem Verkauf an Karstadt 1994 nach und bettet es in die deutsche Konsumgeschichte ein. Das 750 Seiten starke Werk ist dabei weniger als typische Unternehmensgeschichte konzipiert, sondern zeichnet als Branchengeschichte die Transformation des modernen Massenkonsums in Deutschland am Beispiel von Warenhäusern wie Hertie nach. Am 6. März 2026 wurde die Studie im Historischen Museum Frankfurt erstmals öffentlich präsentiert.
Vor 130 Interessierten erläuterte Werner Plumpe bei der Buchvorstellung unter anderem, wie grundlegend sich das Gesicht der Innenstädte, aber auch die Praktiken des Einzelhandels durch den Bau der Einkaufspaläste von jüdischen Kaufleuten Abraham Wertheim, Rudolf Karstadt, Hermann Wronker, Salman Schocken, Helmut Horten und natürlich Hermann Tietz und Leonard Tietz seit dem späten 19. Jahrhundert änderten. Die Warenhäuser waren lange die unbestrittenen Anziehungspunkte der Waren- und Kundenströme, sie zogen Bewunderer und Kritik geradezu magisch an. Aus dem Blick geriet dabei, dass die Warenhäuser dabei Menschen aus der Arbeiterklasse und der unteren Mittelschicht Teilhabe ermöglichten – sei es, dass diese sich dank der durch Massenfertigung erschwinglichen Waren erstmals am Konsum beteiligen konnten. Oder dass sich gerade Frauen einen neuen Arbeitsmarkt erschlossen und erstmals überhaupt alleine einkaufen durften.
Erst seit den 1980er Jahren verblasste der Glanz der Warenhäuser, als sie fast durchweg dem Strukturwandel zum Opfer fielen. Wie das konkret aussah, zeigte Ralf Banken am Beispiel von Hermann Tietz, das seit 1936 HERTIE hieß. Es steht gleichermaßen für Größe und Erfolg wie für Verfolgung, Krise und Niedergang: von der „Arisierung“ in der Zeit des Nationalsozialismus über den phönixhaften Wiederaufstieg nach 1945 bis zum Bedeutungsverlust der Warenhäuser um die Jahrtausendwende.
Die anschließende Diskussionsrunde moderierte MARKUS FLOHR, Journalist, Autor und Redakteur von ZEIT Geschichte. Darin gaben die Autoren vertiefte Einblicke – nicht nur in die Wahrnehmung des Warenhauses als „Sehnsuchtsort“, sondern auch die Erfolgsstrategie des langjährigen Geschäftsführers Oscar Tietz und die Auswirkungen der antisemitischen Verfolgung der Familie Tietz, die in der Zeit des Nationalsozialismus aus ihrem Unternehmen gedrängt wurde, während der langjährige Prokurist Georg Karg die Führung des Warenhauses übernahm.

Das Forschungsprojekt, die Publikation und die Buchvorstellung wurden von der Karg Stiftung gefördert. Stiftungsvorstand Ingmar Ahl betonte, dass das Warenhaus Hertie für die Stifter Hans-Georg und Adelheid Karg Lebensmittelpunkt und Lebensaufgabe gewesen sei. An die Entwicklung des Warenhauses zu erinnern und die Geschichte von Hertie mit all ihren Licht- und Schattenseiten zu bewahren und wissenschaftlich aufzuarbeiten, gehöre zur Verantwortung der Stiftung.
Download Programm der Buchpräsentation
Zum Weiterlesen:
Die Studie ist im Buchhandel erhältlich: Werner Plumpe und Ralf Banken, „Die wunderbare Welt von HERmann TIEtz. Warenhaus und Massenkonsum in Deutschland in der Moderne“, Siedler Verlag, München, 2026, 752 Seiten. ISBN 978-3-8275-0214-8.
Die Karg-Stiftung bietet zusätzlich zur Print-Ausgabe, die Siedler veröffentlicht, eine deutsche und eine englische Kurzfassung als Open-Access-Publikation an, die kostenfrei zum Download zur Verfügung stehen:
Download Werner Plumpe Ralf Banken 2026 Warenhaus und Konsum in der Moderne Kurzfassung der Studie Die wunderbare Welt von HERmann TIEtz
Download Werner Plumpe Ralf Banken 2026 Department store and Consumerism in the Modern Era Summary of the publication Die wunderbare Welt von HERmann TIEtz
Pressestimmen:
Download FAZ Wie Hertie einst nach Frankfurt kam
Download Buchtipp der Immobilienzeitung zur Hertie-Studie
Wissenschaftliches Symposium zur Konsumgeschichte:
In Ergänzung zur öffentlichen Buchvorstellung förderte die Stiftung auch das wissenschaftliche Symposium “The European Department Store in the 20th Century: Perspective from Business and Consumer History”, das am Folgetag, Samstag, 7. März 2026, in der Goethe-Universität Frankfurt stattfand. Dabei diskutierten internationale Wirtschafts- und Unternehmenshistoriker:innen in drei Sektionen die Entwicklung der Warenhäuser anhand von Beispielen aus Deutschland, Großbritannien, den Niederlanden und den USA.
Download Programm wissenschaftliches Symposium
Impressionen








Wie sehr sich die Süddeutsche Zucker-AG zwischen 1933 und 1945 in den Dienst der NS-Politik gestellt hat, beschreibt MANFRED GRIEGER in seiner wissenschaftlichen Studie, die unter dem Titel «Die Süddeutsche Zucker-AG im Nationalsozialismus. Zuckererzeugung, Nazifizierung, Zwangsarbeit, Kontinuität» im Wallstein-Verlag erschienen ist. Am 25. September 2025 wurde das Buch im Haus der IHK Rhein-Neckar in Mannheim öffentlich vorgestellt.
Darin zeigt Grieger am Beispiel von Südzucker, dass Ernährung ein wichtiger Baustein nationalsozialistischer Politik war, die auch darauf abzielte, die deutsche Gesellschaft auf den kommenden Krieg vorzubereiten. Die Nahrungsmittelindustrie und somit auch die 1926 entstandene Süddeutsche Zucker-AG spielten bei diesen Plänen eine wichtige Rolle. Das Unternehmen war sich dessen durchaus bewusst, wie Grieger erläutert. So entfernte der Mannheimer Zucker-Konzern bis 1937 ohne größere Widerstände sukzessive jüdische Anteilseigner, Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder aus den Gremien und folgte damit der Politik des NS-Regimes. Manfred Grieger zeichnet nach, wie das Unternehmen im sich ständig wiederholenden Rhythmus der Zuckerkampagnen – dem jährlichen Zeitraum der Ernte und Verarbeitung der Zuckerrüben – den Übergang in die NS-Diktatur und den Krieg fand. Die dezentral organisierten Zuckerfabriken griffen dabei Wachstumsimpulse der NS-Zeit auf und zogen in großer Zahl ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter heran. Auch deutsche Jüdinnen und Juden, Sintizze und Sinti sowie Romnja und Roma wurden an einzelnen Standorten ausgebeutet.
Bereits 2024 hatte die GUG mit dem Südzucker-Unternehmensarchiv erste Ergebnisse u.a. in einer Tagung präsentiert. Die öffentliche Abendveranstaltung ist als Video abrufbar.

Impressionen
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"Treibstoff für den Weltkrieg. Die Deutsche Erdöl AG, 1933-1945"
Mit der Buchvorstellung «Treibstoff für den Weltkrieg» war die GUG im November 2024 zu Gast bei Wintershall Dea in Hamburg. Die Studie der Wirtschaftshistoriker MANFRED GRIEGER und RAINER KARLSCH setzt die Aufarbeitung der NS-Geschichte der Vorgängerunternehmen von Wintershall Dea fort: Nach der 2020 veröffentlichten Untersuchung «Expansion um jeden Preis» zur Wintershall AG liegt damit auch die Aufarbeitung der Geschichte des zweiten Vorgängerunternehmens DEA vor. Die Veranstaltung, zu der die GUG gemeinsam mit der Wintershall Dea Stiftung für Demokratie und Vielfalt eingeladen hatte, wurde von ANDREA SCHNEIDER-BRAUNBERGER und STEFAN SCHNELL, Vorsitzender der Geschäftsführung von Wintershall Dea, eröffnet.
Anhand zahlreicher neuer Quellen aus dem In- und Ausland zeigten die Autoren die tiefe Verstrickung des Unternehmens in die nationalsozialistische Aufrüstungs- und Kriegspolitik auf. Die zweijährige Recherche dokumentierte, wie insbesondere die Erdölsparte von der deutschen Expansion nach Österreich und Osteuropa profitierte. Dabei beutete das Unternehmen zehntausende Zwangsarbeiter:innen aus. Die Historiker legten erstmals umfassend die Beteiligung der DEA an «Arisierungen» sowie die persönliche Bereicherung des Vorstands an der Zwangslage jüdischer Geschäftsleute dar. In der von WALTER IBER moderierten Podiumsdiskussion erörterten die Autoren mit MARIA WILKE (Stiftung EVZ) und DETLEF GARBE (ehem. Stiftung Hamburger Gedenkstätten) die Bedeutung der historischen Aufarbeitung für Gegenwart und Zukunft. Stefan Schnell betonte die bleibende historische Verantwortung – auch über die nach der Übernahme durch Harbour Energy geplante Unternehmensschließung hinaus.
Einen Mitschnitt der Veranstaltung finden sie hier.
Presseinformationen finden sie hier.

Impressionen
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"Von Berlin in die Welt – 150 Jahre Brenntag"
Am 30. September 2024 präsentierten CHRISTOPHER KOPPER und STEPHANIE TILLY ihre wissenschaftliche Studie zur 150-jährigen Geschichte des Chemiedistributeurs Brenntag in der Essener Konzernzentrale. Vor rund 100 Teilnehmenden, darunter vor allem Beschäftigte von Brenntag, zeichneten die Autoren den bemerkenswerten Weg des Unternehmens nach: von einem Berliner Landproduktenhandel des jüdischen Kaufmanns Philipp Mühsam 1874 bis zum heutigen DAX-Konzern. Die Studie beleuchtet zentrale Wendepunkte wie die «Arisierung» durch die Familie Stinnes 1937, die Nachkriegsentwicklung unter wechselnden Eigentümern und die strategische Neuausrichtung zum weltweit führenden Chemiedistributeur. Die Autoren zeigen, wie das Unternehmen nach einer Phase als Familienunternehmen ab 1964 Teil der Hugo Stinnes AG wurde. In den 1970er und 1980er Jahren gewannen die «Ostgeschäfte» zunehmend an Bedeutung, besonders das «Kirchengeschäft» mit der DDR, bei dem Brenntag als «Vertrauensfirma» des Diakonischen Werks fungierte. Nach mehreren Eigentümerwechseln – von der Deutschen Bahn AG über Bain Capital bis zur Beteiligungsgesellschaft BC Partners – ging Brenntag 2010 erfolgreich an die Börse. Die Transformation vom Großhändler zum spezialisierten Chemiedistributeur spiegelt dabei den Strukturwandel der gesamten Chemiebranche wider. Basis der Forschung waren neben dem Unternehmensarchiv zahlreiche öffentliche Archive. Vorstandsvorsitzender CHRISTIAN KOHLPAINTNER würdigte die Bedeutung der historischen Aufarbeitung für das Unternehmen. Im Anschluss an die Präsentation konnten die Gäste eine Ausstellung besichtigen, die wichtige Stationen der Unternehmensgeschichte anhand von historischen Dokumenten und Fotografien veranschaulicht.

Impressionen
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"Die Süddeutsche Zucker-AG im Nationalsozialismus"
Am 26. September 2024 lud die GUG gemeinsam mit der Südzucker AG zu einer Tagung ins MARCHIVUM Mannheim ein, bei der die Ergebnisse der Studie zur Geschichte der Südzucker AG im Nationalsozialismus vorgestellt wurden. Teilnehmende der Tagung hatten zudem die Möglichkeit, die NS-Ausstellung des MARCHIVUMS zu besuchen. Das Vortragsprogramm begann mit einem Beitrag des Wirtschaftshistorikers DIRK SCHAAL, der die Konsumgeschichte des Zuckers darstellte und damit den historischen Kontext der Studie absteckte. Anschließend präsentierte der Autor der Studie, MANFRED GRIEGER, erstmals die zentralen Ergebnisse seiner Untersuchung zur Rolle der Südzucker AG im NS-Regime. Im Fokus standen die Verstrickungen des Unternehmens mit dem Nationalsozialismus, Konflikte mit Institutionen wie dem Reichsnährstand sowie das Nutzen der Möglichkeiten des Systems für eigene wirtschaftliche Interessen. Ein zentraler Schwerpunkt war der extensive Einsatz von Zwangsarbeitern, deren Anteil während des Krieges über die Hälfte der Belegschaft ausmachte – deutlich mehr als im Reichsdurchschnitt. Auch die Verdrängung jüdischer Anteilseigner sowie der Einsatz zwangsverpflichteter deutscher Juden sowie Sinti und Roma wurden thematisiert. Den Abschluss der Tagung bildete eine Podiumsdiskussion mit Grieger, NIELS PÖRKSEN (CEO der Südzucker AG) und JOHANNA SOKOLIEß (Stiftung EVZ), moderiert von ANDREA SCHNEIDER-BRAUNBERGER. Diskutiert wurde die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, die sich aus einer kritischen Aufarbeitung der NS-Vergangenheit ergibt. Die Diskussion unterstrich die Bedeutung, historische Erkenntnisse nicht nur wissenschaftlich aufzuarbeiten, sondern auch praktische Konsequenzen für die heutige Unternehmenspraxis und den gesellschaftlichen Diskurs zu ziehen.
Das Programm als PDF-Download
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"Verfolgt, 'arisiert', wiedergutgemacht? Wie aus dem Warenhauskonzern Hermann Tietz Hertie wurde"
Der Familienkonzern Hermann Tietz gehörte Anfang des 20. Jahrhunderts zu den Pionieren der deutschen Warenhausbranche. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde die jüdische Inhaberfamilie durch ein Bankenkonsortium aus dem Unternehmen gedrängt und aus Hermann Tietz wurde Hertie. Lange Zeit lag die belastete Vergangenheit dieser großen Kaufhausmarke des westdeutschen Wirtschaftswunders im Dunkeln. Johannes Bähr und Ingo Köhler beleuchten in der Studie die antisemitische Hetze gegen die Inhaber des Hermann Tietz-Konzerns, die Familie Tietz/Zwillenberg, die «Arisierung» ihres Firmenvermögens sowie das Schicksal beider Familien nach der Verdrängung aus dem Unternehmen. Sie untersuchten weiterhin den Werdegang des Hertie-Konzerns bis zu den Auseinandersetzungen um Restitution und Entschädigung in den unmittelbaren Nachkriegsjahren. Gestützt auf vielfältige Quellen, darunter bislang nicht zugängliche Dokumente, entsteht ein detailliertes Bild einer Warenhausgeschichte im Spannungsfeld von Verfolgung, Verlust und Verantwortung.
Die GUG wurde 2020 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung mit dieser Studie beauftragt, die zudem von der Karg’schen Familienstiftung mitfinanziert und unterstützt wurde. Von Beginn an hatten die NS-Experten Bähr und Köhler bei ihrer Studie vollkommene wissenschaftliche Freiheit und Unabhängigkeit.
Das Programm als PDF-Download
Gemeinsame Pressemitteilung der GUG und der Gemeinnützigen Hertie Stiftung
Pressebeiträge
"Das NS-Regime wollte gegen die jüdischen Warenhäuser vorgehen...". Gespräch mit dem Historiker Ingo Köhler, hr2-kultur, 11.12.2023
Karen Allihn, "Erpresst und ausgeplündert". Studie über Kaufhaus Hertie, FAZ, 7.12.2023
Peter Hoeres, "Wirtschaftsbücher. Hertie im Dritten Reich", FAZ, 14.01.2024

Kooperationsveranstaltung der Wintershall Dea AG und des GUG e.V.
Thema: DEA im Nationalsozialismus
Die Wintershall Dea und die GUG luden zu einer historischen Tagung in Hamburg ein, um die Zwischenergebnisse einer Studie zur Deutschen Erdöl Aktiengesellschaft (DEA) zu präsentieren. Die Vorträge beschränkten sich jedoch nicht allein auf die DEA, sondern behandelten darüber hinaus die deutsche Erdölindustrie im Allgemeinen.
ANDREA SCHNEIDER-BRAUNBERGER (GUG) und MICHAEL SASSE (Wintershall Dea AG) leiteten die Veranstaltung ein. Mit einem mikroperspektivischen Ansatz referierte MANFRED GRIEGER zunächst über den DEA-Standort Rositz und hob hervor, dass dieser sein Entstehen, Wachstum und seine Entwicklung vor allem der Rüstung verdanke. Über das wichtigste Fördergebiet der DEA, die «Ostmark» (Österreich), berichtete RAINER KARLSCH. Er informierte über die konspirative NS-Ölstrategie vor und nach dem «Anschluss» sowie die Bedeutung der österreichischen Ölfelder für die Entwicklung der DEA von einem kohle- zu einem ölfördernden Unternehmen. Anschließend behandelte KARSTEN LINNE die deutsche Erdölbranche und das NS-Wirtschaftssystem anhand der Kontinental Öl-AG (Konti Öl), mittels derer versucht wurde, einen deutschen Weltkonzern im globalen Erdölsektor zu etablieren. Der letzte Vortrag war eine gemeinsame Präsentation von CHRISTIAN HELLWIG, RITA SEIDEL und JANA STOKLASA zum ältesten Erdölfördergebiet in Celle. Im Mittelpunkt standen hierbei Themen wie die NS-Anbindung von Belegschaften, der Einsatz von Zwangsarbeit sowie die Forschung und Lehre an der Hochschule Hannover zu Mineralöl.
Abgerundet wurde die Tagung durch eine von INGO KÖHLER geleitete Podiumsdiskussion. Grieger, Hellwig, Sasse und Schneider-Braunberger erörterten die Aufarbeitungshistorie der Wintershall Dea, welche Lehren aus der Geschichte der Erdölindustrie im Nationalsozialismus gezogen werden können, aber auch fachliche Fragen zum Kontext der Erdölbranche im NS-System.
Den Tagungsbericht finden sie hier.
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Impressionen
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Anlässlich ihres 125-jährigen Jubiläums beauftragte die LVM-Versicherung die Gesellschaft für Unternehmensgeschichte, die personelle Aufstellung und die Geschäftsentwicklungen des Versicherungsunternehmens zu Zeiten des NS-Regimes in einer Studie zu beleuchten. In einem digitalen Vortrag am 9. März 2022 stellte Apl. Prof. Dr. Johannes Bähr die Kernergebnisse seiner Untersuchungen „Bauernführer, Direktoren und Vertrauensleute. Die LVM Versicherung im 'Dritten Reich'“ vor, die aufgrund der landwirtschaftlichen Ausrichtung des Unternehmens, seiner damit verbundenen Verankerung im Reichsnährstand sowie der ideologischen Zugehörigkeit seiner Leitungsgremien eine Nähe zum NS-Regime aufzeigen. Apl. Prof. Dr. Bähr kommt zu dem Schluss, dass die LVM Versicherung sich selbst nicht an NS-Verbrechen beteiligte, sondern vielmehr von hohen Zuwächsen in der Mitgliederzahl und den Beitragseinnahmen profitierte. Dennoch müsse sich das Unternehmen seiner historischen Verantwortung, insbesondere hinsichtlich der politischen Belastung seiner Führungspersönlichkeiten, bewusst sein. Anschließend fand eine Diskussion zwischen den Teilnehmenden und den Referenten zu den Ergebnissen und ihrer Bedeutung für das heutige Unternehmen statt, mit abschließenden Worten des Vorstandsvorsitzenden der LVM-Versicherung, Dr. Mathias Kleuker, über die Relevanz der Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit.
Pressemitteilung der LVM Versicherung

Am 1. Oktober 2019 haben Andrea H. Schneider-Braunberger und Michael Bermejo-Wenzel ihr Buch «Das Goldene Netzwerk, Die Deutsche Gesellschaft für Goldschmiedekunst in der Zeit des Nationalsozialismus», das im Auftrag der Gesellschaft für Goldschmiedekunst entstand, der Öffentlichkeit präsentiert. Im Interview mit dem Hanauer Anzeiger, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Frankfurter Rundschau stellten sie die im Rahmen der Nachforschungen gewonnenen, neuen Erkenntnisse über die Verstrickung der Gesellschaft für Goldschmiedekunst mit dem NS-Regime und seinen zentralen Protagonisten vor. Daran anknüpfend berichtet die Frankfurter Rundschau, dass die Deutsche Gesellschaft für Goldschmiedekunst sich auf Grundlage der Ergebnisse dazu entschieden habe, die Auszeichnung der „Goldene Ehrenring“ nicht mehr zu vergeben und stattdessen eine neue Anerkennung besonderer Gold- und Silberschmiedekunst zu finden.
Links:
Hanauer Anzeiger
Frankfurter Rundschau vom 03.10.2019
Frankfurter Rundschau vom 04.10.2019
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Rundschau vom 29.08.2021

Impressionen
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Wintershall im Nationalsozialismus
Tagung im September 2019
Im Zuge ihres 125-jährigen Jubiläums hat die Firma Wintershall im September 2019 in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Unternehmensgeschichte eine Tagung zur Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit im Nationalsozialismus ausgerichtet. Wichtige Themen wie der Umgang mit Zwangsarbeit standen dabei im Vordergrund. Im Nachgang dieser Veranstaltung beantwortete die Geschäftsführerin der GUG, Andrea H. Schneider-Braunberger, im Gespräch mit Lars Hofmann vom hr Fragen zu Schwerpunkten und Ergebnissen der Tagung.
Außerdem berichteten die Hessenschau und Hessenschau kompakt über das Firmenjubiläum und die Beschäftigung des Unternehmens mit seiner Vergangenheit.
Am 7.1.2020 berichtete außerdem die Frankfurter Rundschau über das Buchprojekt, das die GUG im Auftrag von Wintershall zwecks Aufarbeitung der Firmengeschichte durchführt.
Impressionen der Tagung 2019
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Buchvorstellung im Oktober 2020
Am 22. Oktober 2020 wurde die von der GUG betreuten Studie "Expansion um jeden Preis - Studien zur Wintershall AG. Zwischen Krise und Krieg, 1929-1945" vorgestellt, die sich mit dem Unternehmen Wintershall im Nationalsozialismus auseinandersetzt. Verfasst wurde sie von Manfred Grieger, Rainer Karlsch und Ingo Köhler. Ein F.A.Z.-Beitrag sowie zwei Beiträge in branchenspezifschen Portalen setzen sich mit der Buchvorstellung sowie den Erkenntnissen der Studie auseinander:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2020
Energy Voice, 23.10.2020
Rigzone, 25.10.2020